Familienleben · Medizinisches Thema des Monats

Must-haves für die Reiseapotheke mit Kindern

Es ist natürlich der größte Horror überhaupt: man ist endlich im langersehnten Urlaub und dann wird das Kind krank oder verletzt sich. Wie ihr perfekt auf die häufigsten Erkrankungen und Verletzungen im Urlaub vorbereitet seid erzähle ich euch heute.

Zwei wichtige Dinge die einem während des Medizinstudium keiner beibringt, die man aber im Berufsleben, vor allem als Kinderärztin, schnell lernt sind folgende:

  1. Weniger ist oft mehr – unser Körper ist ein großes Wunder mit erstaunlichen Selbstheilungsfähigkeiten
  2. Häufiges ist häufig, seltens ist selten

Deshalb fallen meine Empfehlungen für eure Reiseapotheke für Kinder auch relativ gering aus, denn vieles ist einfach überflüssig und teuer. Ich möchte vorab ausdrücklich sagen, dass meine Empfehlungen für gesunde Kinder, ohne Vorerkrankungen gelten und für Urlaubsregionen ohne außergewöhnliche gesundheitliche Risiken. Wer also eine Backpacking-Tour durch den kongolesischen Urwald plant oder ein chronisch krankes Kind hat, für den wird diese Empfehlung sicherlich bei weitem nicht ausreichen.
Processed with VSCO with av8 preset

Gerade bei kleineren Kindern sind die mit Abstand häufigsten Erkrankungen fieberhafte Virusinfekte. An und für sich meist harmlos, können sie einem natürlich dennoch ein paar Urlaubstage gründlich vermiesen. Deshalb gehört an erster Stelle in jede Reiseapotheke und für Kinder egal welchen Alters ein Fieber- und Schmerzmittel. Ob Ibuprofen oder Paracetamol ist eigentlich egal, für Säuglinge und Kleinkinder sind Zäpfchen am besten geeignet, für etwas ältere Kinder eher Saft, und für die Großen gibt es Schmelz- oder Kautabletten oder eben die normalen Tabletten. Je nach Alter der Kinder empfiehlt es sich ggf sogar Saft und Zäpfchen einzupacken, denn sollten die Infekte mit Erbrechen einhergehen, wird es mit dem Saft natürlich schwierig. Diese Medikamente kann man natürlich auch bei Schmerzen nach Verletzungen oder Kopfschmerzen einnehmen, gerade bei Kopfschmerzen sollte man aber bedenken dass der häufigste Grund zu viel Hitze und zu wenig Flüssigkeit sind 😉

Das Erbrechen habe ich ja gerade schon angesprochen: Magen-Darm Infekte mit Durchfall und Erbrechen sind natürlich aus verschiedenen Gründen ein häufiges Problem auf Urlaubsreisen. Grundsätzlich gilt: je jünger das Kind desto schneller läuft es Gefahr auszutrocknen. Es gibt sogenannte orale Rehydrierungslösungen für Kinder die man mitnehmen kann, ansonsten sind auch gesüßter Tee, eine dünne Saftschorle und klare Brühe eine gute Möglichkeit um Flüssigkeit, Energielieferanten und Elektrolyte (also die wichtigen Blutsalze) wieder in das Kind reinzubekommen. Immer schön in kleinen Portionen und mit Pausen. Stillkinder sollte man am bestens versuchen weiter zu stillen, ebenfalls kleine Mengen, dafür häufiger.

Klimaanlagen im Flugzeug und in Hotelzimmern führen schnell zu verstopften Nasen, je kleiner die Kinder sind, desto schneller geht es natürlich und desto mehr leiden sie häufig, gerade nachts, darunter. Abschwellende Nasentropfen sollte man sich also ebenfalls einpacken, am besten sogar ins Handgepäck wenn man fliegt.

Kleinere Verletzungen im Urlaub, also Splitter, Dornen, Kratzer,  etc kann man meistens erstmal gut selber versorgen, wenn man ein Sortiment an Pflastern, einer Pinzette und einer antiseptischen (z.B. Iodhaltigen) Salbe dabei hat. Bei ausgeprägteren Entzündungszeichen, also starkem Pochen, Schmerz, Eitern, einer sich ausbreitenden Rötung, Überwärmung, Schwellung oder ähnlichem gehört selbstverständlich ein Arzt aufgesucht.

Insektenstiche lassen sich in den meisten Urlaubsregionen kaum vermeiden, hilfreich ist es wenn man ein linderndes Gel in den Koffer packt, wer weiß dass sein Kind zu einer ausgeprägten Reaktion auf Insektenstiche neigt kann auch ggf. eines mit Hydrocortison einpacken, in geringen Konzentrationen bekommt man diese auch rezeptfrei in der Apotheke.

Und dann bin ich auch schon an meinem letzten Punkt angekommen der auch nur für diejenigen gilt die schon größere, aktivere Kinder oder Teenager haben: da finde ich es nämlich auch immer ratsam ein oder zwei elastische Verbände und ein Schmerzgel (z.B. mit Diclofenac) einzupacken. Damit kriegt man kleinere Prellungen oder Stauchungen ein wenig ruhiggestellt und die Schmerzen gelindert, wenn es zwar weh tut, aber nicht so arg, dass man sofort einen Arzt aufsuchen möchte. Ach ja: wo wir gerade bei den älteren Kindern sind, die ihren Kinderarzt ja nicht mehr ganz so häufig sehen: mal kurz checken ob die Impfungen up-to-date sind schadet vor dem Urlaub auch nie 😉

So, mit dieser kleinen Reiseapotheke seid ihr auf jeden Fall gegen die häufigsten gesundheitlichen Probleme mit Kindern gewappnet und habt trotzdem noch genug Platz im Koffer. Alle genannten Medikamente sind frei in Apotheken verkäuflich, dort werdet ihr natürlich auch fachkundig bezüglich Dosierungen etc. beraten.

Und jetzt wünsche ich euch allen einen wundervollen, gesunden, erholsamen Urlaub!!!

Eure Taschi

WICHTIG: Diese Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, er ist nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, ersetzt aber in keinem Falle die individuelle medizinische Beratung durch den behandelnden Kinderarzt. Sollten die Beschwerden sehr stark sein oder sollte sich mit den vorgeschlagenen Maßnahmen keine rasche Besserung auch leichterer Beschwerden einstellen, so ist natürlich das unverzügliche Aufsuchen eines Arztes notwendig.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s